Alltag hinter Klostermauern

Wir sind ein kontemplatives Kloster und pflegen seit 1845 die ewige Anbetung. Dank der Hilfe von Personen ausserhalb des Klosters, können wir diese Tradition auch heute noch aufrecht erhalten.

Beten und arbeiten. Der hauseigene Garten liefert vieles was wir zum Leben brauchen. Auch Tiere gehören zum Klosteralltag. Einiges liefert uns auch die Natur. 

           

 

 

Am Sonntag, 11. September wird das Bienenhaus im Frauenkloster Au 80 Jahre alt. Aus diesem Grund haben wir in der Geschichte etwas zurückgeblickt, wann und wie es angefangen hat mit der Imkerei in unserem Kloster.

Die Bienenhaltung war aber im Frauenkloster Au schon viel früher heimisch. Ungefähr an der gleichen Stelle wie das jetzige Bienenhaus, ist auf einem alten Kupferstich von Stephan Oechslin in Einsiedeln, ca. 1828, das frühere Bienenhäuschen zu sehen.

In einer Notiz in der Chronik am 27. April 1893 ist im Zusammenhang mit einer "Dole" das "Bienenhüttchen" erwähnt.

 

 

Die Bienenhaltung ist in der Zwischenzeit wahrscheinlich eingegangen, bis im Jahre 1931 ein Neuanfang gestartet wurde.

In der handgeschriebene "Chronik, angefangen im Jahr 1890" steht:
Am 11. September 1931 wurde das neue Bienenhaus im Klosterhof    erstellt.

Im Kassabuch vom 20, Sept. 1931 ist Folgendes verzeichnet:
Gebrüder Blapp 20 Stk. Schweizerbienenkasten   Fr. 901.15
Eternit A.G. Niederurnen, Fracht für Bienenhäuschen   Fr. 17.20.
Im Kassabuch vom 7. Oktober 1931 
1 Bienenhaus von Winikon Luzern   Fr. 2750.20

Schon am 15. April 1931 berichtete die Chronik, dass die wohlehrw. Frau Mutter die ersten 4 Bienenvölker von Anna Kälin z. Gemse gekauft hat.

Weitere Notizen aus der Chronik:

Am 1. Juni 1932 hatte sich ganz nahe beim Bienenhaus an einem Baum der 1. Schwarm angesetzt.

Am 2. Juni 1932 wieder ein Schwarm in einer Johannisbeerstaude.

Am 19. Juni 1932: Ein aussergewöhnliches Erlebnis! Drei Bienenschwärme konnten heute eingefangen werden; alle waren im Garten angeflogen.

Anfangs Mai 1937  herrschte unter den Bienen eine schlimme Krankheit, "Nosema" genannt. Vom Januar bis Juni sind 17 Völker ausgestorben.

Im Jahre 1959 beherbergte das Bienenhaus 33 Völker.

Am 30. April 2011 ist unsere langjährige "Bienenschwester" Sr. M. Andrea Kälin aus Einsiedeln im Alter von 87 Jahren verstorben. Sie hatte viel Wissen und Erfahrung in der Bienenkunde und konnte viele schöne Erfolge erleben. Die Bienenkrankheit Varroa  hat in den letzten Jahren unseren Bienenstand stark reduziert.

Priorin M. Benedikta Häller hat seit Frühling 2011 die Besorgung der Bienen übernommen, unterstützt von Sr. M. Cäcilia Kälin aus Gross, die schon mit Sr. Andrea zusammen jahrzehntelang die Bienen betreut hat. Herr Josef Kälin, Unteriberg, Präsident des Imkervereins Einsiedeln, steht ihnen seither mit Rat und Tag bei. Ihm sagen wir ein herzliches "Vergelt' Gott". Der Bienenstand hat sich im Frühling durch Ausschwärmen von fünf auf 14 Völker vermehrt. Trotz des verregneten Sommers fiel die Honigernte befriedigend aus.

An unserem 80-jährigen Bienenhaus stehen die Worte:

An Gottes Segen ist alles gelegen,

doch muss man die Bienen auch hegen und pflegen.

 

 

 

Von der Berufung zur Freude

Freude und Schmerz schliessen sich nicht aus, sondern gehören eng zueinander. Diese Erfahrung machen wir nur allzu oft in unserem Leben. Papst Benedikt XVI. hat in einer Meditation am 3. Oktober 2005 auf diesen Zusammenhang eindringlich hingewiesen. Er sagte: „Die Weisung ‚gaudete’ – freut euch – kommt in den Briefen des hl. Paulus sehr häufig vor, ja man könnte sagen, dass sie gleichsam der ‚cantus firmus’ seines Denkens ist. Im so mühseligen Leben des Paulus, einem Leben mit Verfolgungen, Hunger, Leiden aller Art, ist dennoch das Schlüsselwort ‚gaudete’ immer gegenwärtig.Hier erhebt sich die Frage: ist es möglich, die Freude gleichsam anzuordnen? Die Freude, möchten wir sagen, kommt oder kommt nicht, sie kann nicht auferlegt werden wie eine Pflicht. Und hier hilft es uns, wenn wir an den bekannten Text über die Freude in den Paulusbriefen denken, das heisst an den des Sonntags ‚gaudete’ mitten in der Liturgie des Advent. ‚Gaudete, iterum dico gaudete, quia Dominus prope est’ [Freut euch, wiederum sage ich, freut euch – denn der Herr ist nahe].Wenn mir der Geliebte, die Liebe, das grösste Geschenk meines Lebens, nahe ist, wenn ich sicher sein kann, dass er, der mich liebt, mir auch in schwierigen Situationen nahe ist, dann empfinde ich im Grunde meines Herzens eine Freude, die grösser als alles Leiden ist. Der Apostel kann sagen: ’gaudete’, denn der Herr ist jedem von uns nahe. Deshalb ist diese Weisung in Wirklichkeit eine Einladung, dass wir uns der Gegenwart des Herrn, der uns nahe ist, bewusst werden. Sie ist eine Sensibilisierung für die Gegenwart des Herrn. Der hl. Paulus will uns aufmerksam machen auf diese verborgene Präsenz Christi, der jedem von uns nahe ist. Für jeden von uns gelten die Worte aus der Offenbarung: Ich klopfe an deine Tür. Höre mich, öffne mir. Es ist also auch eine Einladung, für diese Gegenwart des Herrn, der an meine Tür klopft, empfänglich zu sein. Ihm gegenüber nicht taub zu sein, weil die Ohren unseres Herzens so erfüllt sind von den vielen Geräuschen der Welt ... Prüfen wir, ob wir bereit sind, die Türen unseres Herzens zu öffnen ... Er klopft an die Tür, er ist uns nahe, und damit ist uns die wahre Freude nahe, die stärker ist als alle Traurigkeit der Welt und unseres Lebens.“Soweit die Worte unseres Hl. Vaters Benedikt XVI. Greifen wir ein paar Gedanken des Papstes etwas konkreter auf.Der Apostel Paulus fordert uns in seinen Briefen an die Philipper und an die Thessalonicher ganz bewusst und sehr eindringlich zur Freude auf. Wenn er dies so auffallend hervorhebt, dann muss es sich hier offenbar um eine ganz besondere Freude handeln. Es geht hier nicht um eine Freude, wie sie uns sonst in unserem Alltag widerfährt, wir können diese Freude auch nicht selbst machen. Die Freude, die der hl. Paulus meint, ist ganz und gar Geschenk, ist reine Gnade und Geschenk des Hl. Geistes. Sie ist die Freude im Herrn, der Mensch geworden ist und uns damit auf wunderbare Weise nahe gekommen ist. Es ist die Freude am Herrn, der unser Leben teilt und uns erlöst hat durch sein Blut. „Freut euch im Herrn allezeit, noch einmal sage ich euch: freuet euch“ - wir alle sind hier angesprochen, jede und jeder einzelne. Alle, die wir unseren Lebensort im Herrn haben, die wir uns ihm verbunden wissen, in ihm verankert sind und aus der Erfahrung seiner Liebe, seines Erbarmens und seiner Hingabe heraus zu leben versuchen. Er allein ist der Grund unserer Freude. Gerade deshalb ist diese Freude unabhängig davon, ob uns Gutes widerfährt, ob wir gerade glücklich sind, ob unser Leben gelingt und erfüllt ist. Der Herr ist da – ecce adsum – nicht nur in Tagen, die uns freudig erscheinen und willkommen sind, sondern gerade auch in Zeiten, in denen wir schwere Lasten zu tragen haben, in Zeiten, die vielleicht leer und einsam sind. Die Freude am Herrn vergeht nicht in Not und Leid, sondern kann gerade in solchen Prüfungen tragen, weil der Herr uns gerade dann besonders nahe ist.Die nächste Nähe des Herrn erfahren wir in der Eucharistie, in den Zeichen von Brot und Wein. Was kann uns scheiden von der Liebe des Herrn, sagt Paulus im Römerbrief (8,35-37). Weder Bedrängnis noch Ängste, weder Verfolgung noch Gefahr, weder Hunger noch Kälte. Nichts kann uns scheiden von seiner Liebe, die uns umgibt, die uns trägt und die uns hält. Solche Liebe schenkt wahre Freude und inneren Frieden, eine Freude, die uns niemand nehmen kann, nur wir selbst. Ja, wir selbst können der Freude im Wege stehen. Warum? Gewöhnlich empfinden wir unser Leben eher als glanzlos. Wir schleppen uns allzu oft nur so dahin, sind zermürbt von vielen kleinen und großen Ängsten und Sorgen, von Krankheit und Einsamkeit, von zuviel Arbeit und Überforderung. Der Engel der Weihnacht aber hat gerade in diesen unseren Alltag hinein sein Wort gesprochen: „Ich verkünde euch eine große Freude!“ Und die Hirten haben sich aufgemacht, mitten in der Nacht. Freude verlangt manchmal auch Anstrengung und Mut, möchte man sagen. Unglücklich sein kann jeder. Fragen wir uns ruhig einmal, wie es wäre, wenn der Engel der Weihnacht heute zu uns käme. Würden wir ihm antworten, würden wir uns auf den Weg machen, würden wir auch lieb gewordenes Unglück hinter uns lassen und der Freude entgegeneilen? Die alten Mönchsväter sahen eine bestimmte, oft auch heute nur allzu beliebte Form von Traurigkeit als Laster an, das es zu bekämpfen gelte. Vielleicht sollten wir einmal darüber nachdenken, ob sie nicht manchmal recht haben. Freude verlangt auch Anstrengung. Freude kann also Arbeit sein, vor allem Arbeit an uns selbst. Sie muss wie die Liebe gewollt, manchmal auch erkämpft werden. In der Vätertradition wurde die Freude immer als die Schwester der Liebe betrachtet. Gott ist die Liebe (1 Joh 4,8). Und darum ist Gott auch der Ursprung der Freude. Nicht umsonst war die erste Kunde von Jesus, dem Gott unter uns, die Freude. „Ich verkünde euch eine große Freude“.In der Benediktsregel gibt es nur drei Stellen, an denen die Freude erwähnt wird. Doch diese drei Stellen haben es in sich. Da heißt es zum ersten im Kap. 5,16 über den Gehorsam: „Gott liebt einen freudigen Geber“. Freude, so kann man daraus schließen, entsteht in der Selbstlosigkeit und in der selbstlosen Hingabe. Freude wird mir nicht für mich selbst geschenkt, sondern ist dazu da, weitergegeben und geteilt zu werden. Sie bleibt nicht in sich, sondern sie strahlt aus. Christus selbst ist uns hierin das Vorbild schlechthin. In der Loslösung von sich selbst hat sich Weihnacht ereignet, Menschwerdung Gottes. In seiner Selbsthingabe sind wir erlöst worden. Wäre unsere Antwort auf dieses Geschenk der Erlösung nicht eine freudige Gelöstheit in allen Situationen, auch den schweren, unseres Lebens? „All das“, so sagt der hl. Benedikt in Kap. 9,39 „überwinden wir freudigen Herzens durch den, der uns geliebt hat“. Im festen Glauben an die Liebe und an die Nähe des Herrn dürfen wir und sollen wir uns freuen.Die dritte Stelle (Kap. 49,6), an der der hl. Benedikt die Freude erwähnt, fasst beide genannten Motive noch einmal wie in einem Brennglas zusammen: „Ein jeder soll also von sich aus...in der Freude des Hl. Geistes etwas als Opfer darbringen...und harre in Freude und Sehnsucht des Geistes dem heiligen Osterfest entgegen.“ Sich selbst darbringen –dieses Opfer will eingelöst werden, jeden Tag neu und zumeist in ganz kleinen Dingen. Versuchen wir das, was uns bedrückt, was uns müde macht, was uns fern hält von der Freude des Herzens, auf den Altar Gottes zu legen oder ans Kreuz Christi zu heften.Wie können wir das konkret tun? Schauen wir einmal auf das, was der Apostel Paulus den Thessalonichern kurz und bündig ins Stammbuch schreibt: „Freut euch zu jeder Zeit. Betet ohne nachzulassen. Dankt für alles.“Versuchen wir, dankbare Menschen zu werden, denn in der Dankbarkeit wird uns die Freude mitgeschenkt. Wir haben so viel Grund zur Dankbarkeit, im Kleinen wie im Grossen. Fragen wir uns am Ende eines jeden Tages im Gebet, wofür wir heute Grund zum danken haben. So werden wir wirklich frohe Menschen, die Freude ausstrahlen und die auch den anderen freundlich und geduldig begegnen.Blaise Pascal, der grosse Mathematiker und überzeugte Christ, hinterließ das schöne Wort: „Der Mensch ist für die Freude geboren“. Und Paul Claudel fügte dem in einem Bittgebet hinzu: „Herr, lehre die Christen, dass sie keine andere Aufgabe haben als die Freude.“Sr. Philippa Rath OSB

Benedikt und Scholastika, eine Begegnung

Fragen wir uns einmal, was wir denn aus dem Leben unseres Gründers, des hl. Benedikt, wissen. Benedikt und Scholastika, wurden in Nursia um 480 geboren. Benedikt kam zum Studium nach Rom. Es charakterisiert den zukünftigen Mönch, dass er sich als Student vom Treiben der Weltstadt abwandte und Rom verliess. Beseelt vom Verlangen, „Gott allein zu gefallen“, (1) zog er sich zunächst in die Sabinerberge und dann nach Subiaco zurück. Nach drei Jahren streng eremitischen Lebens scharten sich um den jungen Asketen Schüler, und er wurde nach verschiedenen Versuchen Lehrer und Vater einer Mönchskolonie von zwölf Klöstern. Er führte also seine Jünger einen ganz anderen Weg, als er selber gegangen ist. Später verliess Benedikt mit seinen geistlichen Söhnen das enge Aniotal und zog nach Montecassino, einem zwischen Rom und Neapel gelegenen Berg. Und während man sich in den unruhigen Zeiten der Völkerwanderung in Kirche und Welt zerstritt, leistete der weltflüchtige Mönchsvater Benedikt in aller Stille und Abgeschiedenheit wesentliche geistige und materielle Aufbauarbeit. Als Mann des Gebetes und disziplinierter Arbeit ging er seinen Mönchen voran und wirkte durch seine reife Persönlichkeit auch über die Umgebung seines Klosters hinaus. Er krönte sein Lebenswerk mit dem Aufbau einer umfassenden Klosteranlage und mit der Erprobung und Vollendung seiner Regel.
Scholastika eine gottgeweihte Frau, die ihr Leben dem Gebet widmete, wohnte nicht weit vom Kloster Montecassino entfernt.
Traditionell wird sie als erste Benediktinerin betrachtet und so als Mutter der Frauenklöster verehrt.
Einmal im Jahr trafen sich Benedikt und Scholastika miteinander im Gebet und geistlichen Gespräch. Das letzte dieser Gespräche ist deshalb erwähnenswert, weil es bis in die Nacht hinein verlängert wurde. Scholastika hat ihren Bruder dazu gezwungen, indem sie durch ihr Gebet ein plötzliches Gewitter aus wolkenlosem Himmel bewirkte, das ein Verlassen des Hauses unmöglich machte. Scholastika „ vermochte mehr, weil sie mehr liebte“, sagt Gregor in seinen Dialogen (2).
Diesen erbaulichen Bericht hat der Engelberger Künstler und Mönch P. Karl Stadler im Bild dargestellt. Die grössere Liebe kommt hier im flammenartigen Heiligenschein der Scholastika deutlich zum Ausdruck. Wir können dieses aussagekräftige Bild mit „Gesetz und Liebe“ überschreiben. Beides ist wichtig: ohne Gesetz gäbe es Unordnung, ohne Liebe aber es Erstarrung und Tod. Nur beides zusammen befähigt zu stets neuen Erkenntnis und Aufbrüchen im geistlichen Leben.
Gibt es auch heute noch „Benedikte“, die mit klarem, geisterfülltem Blick erkennen, was zu tun ist, um eine ganz bestimmte geschichtliche Aufgabe zu erfüllen? Was würde Benedikt heute zu uns sagen? Wäre er zufrieden, so wie wir seine hl. Regel lesen und befolgen? Und Mutter Scholastika? Müsste sie vielleicht von neuem ein Gewitter aus heiterem Himmel erflehen, um uns das Richtige erkennen zu lassen? Leben wir so, wie Benedikt leben würde, wenn er wieder unter uns wäre? Sind wir Benediktinerinnen nach dem Format des hl. Benedikt, nach dem Mass seiner Liebe, seines Geistes und seiner Kühnheit, die er zu seiner Zeit bewiesen hat? Wir müssen Gesetz und Liebe sein, Liebe und Gesetz, weil beide vom Geiste Gottes erfüllt sind.
Dieser Geist beseelt auch die Kirche, worin jedes Kloster eine wichtige Lebenszelle ist. Wer wie Benedikt im Kloster wirkt, wirkt auch in der Kirche und in der heutigen Welt, worin wir alle organisch miteinander verbunden sind. Sie, die vom Materialismus bedrohte und von Gott entfremdete Welt, positiv zu verändern, besser zu gestalten, das ist unsere heutige Aufgabe. Im Kapitel 72 der hl. Regel finden wir wichtige Bausteine:
„Die Mönche sollten sich in gegenseitiger Achtung übertreffen.
Ihre körperlichen oder charakterlichen Schwächen sollen sie gegenseitig mit grosser Geduld ertragen.
Im gegenseitigen Gehorsam sollen sie sich überbieten.
Keiner soll den eigenen Vorteil suchen, sondern eher den des andern.
Die brüderliche Liebe sollen sie einander selbstlos entgegenbringen.
Gott sollen sie in Liebe fürchten.
Sie sollen gar nichts höher stellen als Christus, der uns alle gemeinsam zum ewigen Leben führe“. (3)
Und wenn Benedikt im Kapitel 49 sagt, „in der Fastenzeit möge jeder spontan und in der Freude des Heiligen Geistes Gott etwas zum Opfer bringen, .... und jeder erwarte das heilige Osterfest in der Freude und Sehnsucht des Geistes“ (4), so bedeutet dies für uns alle, stets neu aufzubrechen, was verkrustet ist, und jedem Egoismus den Kampf anzusagen. Im Glauben an die Auferstehung des Herrn liegt unsere Durchbruchskraft für das Reich Gottes. Wer an die österliche Kraft des Auferstandenen glaubt, wird selber österlich verändert und kann in seiner klösterlichen Ausstrahlung die Kirche und die Welt stets positiv verändern. Wie BENEDIKT dürfen wir dann mehr und mehr ein Segen werden für die Menschen, ein Segen, der letztlich direkt aus Gott fliesst der lauter Licht, Liebe und Leben ist. In dieser Hoffnung liegt unsere Freude und Kraft (vgl. Neh 8, 10).
Auf allen Seiten begegnen wir dem gläubigen Wunsch Benedikts, „dass in allem Gott verherrlicht werde“ (5). Ferner, das Kultus und Kultur durch ein treues „Ora et Labora“ (6) beitragen zur Erfüllung des Psalmwortes (33,15): „Suche den Frieden und jage ihm nach“. Ferner: „Wer im klösterlichen Leben und im Glauben fortschreitet, dem wird das Herz weit, und er läuft in unsagbarem Glück der Liebe den Weg der Gebote Gottes“ (7). Dies trifft genau mit dem Epheserbrief (3,10) zusammen: „Der Friede Christi juble auf in euren Herzen“. Der Friede ist wirklich der beste Begleiter zu einem guten Start ins dritte Jahrtausend. Wir Benediktinerinnen möchten darum unser Ideal vermehr anstreben:
Die „Stabilitas“ (Beständigkeit)
Das „Ora et Labora“ (bete und arbeite)
Das „Vacare Deo“ (frei werden für Gott).
Denn mit der Herausgabe dieses Buches ist uns die benediktinische Aufgabe neu bewusst geworden. Darin liegen nämlich die drei Werte, die dem Menschen das Wichtigste schenken: Beheimatung, Freiheit und Frieden, oder mit anderen Worten: die wahre Selbstverwirklichung auf dem Weg zu Gott und zu den Mitmenschen. Diesen Weg zu gehen und auf diesem Weg zu bleiben, ist nicht nur ein Ideal für Ordenschristen, sondern ebenso für alle Christen. Irgendwo muss sich der Mensch zu Hause fühlen können.
Kann man heute noch benediktinisch leben, trotz der veränderten Situation seit Benedikts Zeiten? Obwohl wir von der Welt getrennt leben, sind wir doch realistischerweise mit ihr verbunden. Auch wir sind Kinder der Zeit. Ein gegenseitiger Austausch ist unvermeidlich. So müssen wir uns immer wieder neu überlegen, wie wir unsere kostbare Berufung zum benediktinischen Leben auch heute fruchtbar machen können für Kirche und Welt. Das Wichtigste ist wohl das erste Wort der hl. Regel Benedikts: „Höre, mein Sohn, was der Geist Gottes spricht“. Er wird uns immer wieder sagen, wie wir uns als Gemeinschaft erneuern sollen, um benediktinische Hoffnung und Freude zu vermitteln, vor allem seinen Frieden, der aus einer echten Begegnung mit Gott und mit den Mitmenschen kommt. Ohne diese Beziehung gibt es keine Selbstwerdung. Nur so können wir werden, was wir wirklich sind, nämlich wahre Christen, die zur Verchristlichung des dritten Jahrtausends beitragen. Das ist unser Ziel, das ist die grosse benediktinische Aufgabe, ganz im Geiste unseres Vaters BENEDIKT.

           

Wie werde ich Benediktinerin

Der Wunsch, sich einem Benediktinerinnenkloster anzuschliessen, kann nach und nach in einer jungen Frau wach werden. Die Interessentin meldet sich zuerst als Gast und nimmt Kontakt auf mit dem Kloster. Ein langer Weg. Das Leben einer Benediktinerin ist ein Weg des Gott-Suchens. Voraussetzung für diesen ersten Schritt ist, dass sie katholisch, gesund und ungebunden ist und das Alter von 20 Jahren erreicht hat. In verschiedenen Gesprächen mit der Priorin wird es sich zeigen, ob sie als Kandidatin aufgenommen werden kann. In der Zeit der Kandidatur lebt und erlebt die Interessentin den klösterlichen Alltag. Die Kandidatur dauert ca. ein Jahr und endet mit der Feier der Einkleidung. Von nun an ist sie auch äusserlich als unserer Gemeinschaft zugehörig erkennbar, denn sie trägt unser Ordenskleid, jedoch mit weissem Schleier.   Die Liebe zum gemeinsamen und stillen Gebet – ein Grundpfeiler unseres Lebens – wird für die Interessentin der zuverlässigste Weg sein, im einjährigen Noviziat intensiver für sich abklären zu können, ob dies wirklich ihr Lebensweg ist. Während dieser Zeit befasst sich die junge Schwester mit dem Studium der Regel Benedikts; für die tägliche Arbeit ist ein angemessener Zeitraum bestimmt. Wenn die Novizin den klösterlichen Weg weiter gehen will, bittet sie am Ende des Noviziats die Gemeinschaft, in diesem Kloster die benediktinischen Gelübde für drei Jahre ablegen zu können: - Eingliederung in die Gemeinschaft des klösterlichen Lebens - Verzicht auf persönlichen Besitz, Verzicht auf Ehe - sich in die Lebensgemeinschaft einzufügen und ihre Aufgaben willig mitzutragen. Bin ich bereit, diese Verzichte auf mich zu nehmen, wenn ich mich für den Weg ins Kloster entscheide? Ein Leben als Benediktinerin haben uns Jahrhunderte hindurch Schwestern im Benediktinerinnen-Kloster Au vorgelebt.

           

Das Klosterbuch

Frauenkloster in der Au bei Einsiedeln Margrit Schmid, Zürich, die Autorin, die schon unseren Klosterfilm realisierte, hat die alten Handschriften in der Au und im Stiftsarchiv Einsiedeln neu aufgearbeitet und ein Buch von 336 Seiten mit der bewegten gemeinschaft unseres Klosters verfasst. es zeigt, dass das Schicksal von uns Benediktinerinnen, eng verbunden ist mit der gemeinschaft des Marienwallfahrtsortes, des Männerklosters und der Bewohner der Region. Fast 200 Farbbilder geben Einblick in den Klosteralltag von uns Schwestern beim Gebet, bei der Arbeit in den Werkstätten, im Klostergarten und beim frohen Zusammensein. Auch enthält es ein Verzeichnis aller Schwestern die je in der Au gelebt haben und in den alten Chroniken mit Namen aufgezeichnet sind. Lesen Sie doch selber unser Buch. Es ist sehr spannend und bereichernd und zeigt, wie die früheren Schwestern mit grosser Glaubensstärke und Mut schwere Schicksalsschläge überwunden und stets mit Dankbarkeit und Freude am geistlichen und materiellen Wiederaufbau gearbeitet haben. Format 175 cm X 235 cm mit Schutzumschlag, Fadenbindung, 336 Seiten, 150 Farbbilder Fr. 54.00 zuzüglich Versand.

Frauenkloster in der Au bei Einsiedeln
Austrasse 8
8840 Trachlau/Einsiedeln 

email: Kloster in der Au